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Der Krebs

Jack stand auf dem Balkon seines Hauses und verplemperte sein Leben. Alles einfach nur beschissen, der eiskalte Regen, die verdammten grauen Wolken, der schneidende Wind. Die Cigarette schmeckte herrlich, doch der Rauch brannte in der Lunge. Jack exhalierte durch die Nase in die kalte Abendluft und schnaubte. Sollte es sich doch ins Knie ficken, das verdammte Drecksvieh! Ihm konnte niemand was, ihm nicht. Nicht so lange er auf diesem gottverdammten Balkon stand und Cigaretten rauchte. Sein Ersatz, der ihn Stück für Stück auseinandernahm, Zelle für Zelle in ihm abtötete. Bis es irgendwann die letzte war. Fuck, dachte Jack. Die Zeit rast permanent an mir vorbei. Ich stehe am Bahnhof, der Zug des Lebens fährt auf einem anderen Gleis. Welche Weiche war der Fehler? Scheiß Schule, scheiß Leben. Scheiß Krebs. Überall war der Krebs, wo man hinschaute war Krebs, er wucherte in Gehirnen, Herzen und Lungen; in Geschlechtsorganen, Därmen und Mägen. Er wucherte in der Moral der aktuellen Drecksgesellschaft. Wo jeder nur an das Geld dachte, das verdammte Geld. Oder an sich selbst. Oder einfach an gar nichts mehr, überall Menschen die sich einen Dreck um irgendetwas scherten, sie liefen durch ihr Leben, waren nicht traurig aber auch nicht glücklich, sie waren nur noch Schatten in der Düsternis eines jegliche Moral verachtenden Kapitalismus. Sie saßen in engen Wohnungen, wo die Tapete abblätterte und der Schimmel wucherte, sie kehrten Straßen, legten in Fabriken Reiskörner in Ostereier. Tag für Tag, Nacht für Nacht. Bis irgendwann der Sensenmann kam und sie befreite. Verdammte Scheiße, dachte Jack. Wieso bin ich nicht einer von ihnen? Ihr Leben ist beschissen, aber sie leben einfach. Keiner von ihnen denkt mehr nach, er macht seinen Job falls er einen hat und säuft abends in der Kneipe. Gelegentlich bumst er vielleicht noch irgend eine Nutte. Falls mal Geld da war. Ach, schon wieder. Das verdammte Geld. Der Krebs, der da wucherte. Der Krebs einer Rücksichtslosigkeit die sämtliches überstieg, was Jack aushielt. Vielleicht sollte ich jetzt einfach springen, dachte Jack. Einfach springen und warten was danach kommt. Und wenn nichts kam? Scheiß drauf. Wenigstens kein Krebs mehr. Keiner, der irgendwann deinen Körper zerfrisst. Keiner, der die Gesellschaft aushöhlte. Noch eine Cigarette. Gegen den Krebs in seiner Seele. Vielleicht auch nur Genugtuung für den echten Krebs, der ihn irgendwann töten würde. Ich bin keiner von ihnen, verdammt. Ich denke nach. Ich sehe den riesigen Berg Scheiße noch. Ich sehe meine Vergangenheit und hasse sie, ich sehe meine Zukunft und hasse sie. Ich habe Geld, ich habe Bildung, ich habe Perspektive. Ich hasse alles. Der Krebs, das Drecksvieh. Der Krebs der mein Leben frisst. Warmer Rauch, tödlich doch schmackhaft. Jack zog an seiner Cigarette, exhalierte, zog, exhalierte. Was mit diesem erbärmlichen Tag anfangen? Was zur Hölle anfangen mit einer Zeit, die einfach fehl am Platze war? Besaufen? Langweilig. Ficken? Wäre schon nett, aber mit wem? Eine Story schreiben? Nein, er fühlte sich heute nicht kreativ genug. Einen Song? Bloß nicht, ging sicher schief. Jack spuckte. Scheiße. Seit zwanzig Minuten stand er auf dem Balkon und verplemperte sein Leben. Alles, was er in den letzten zwanzig Minuten gedacht hatte, hatte er schon einmal gedacht. Tag für Tag. Nacht für Nacht. Cigarettenlänge für Cigarettenlänge. Bis irgendwann der Sensenmann auftauchte.
4.3.08 22:24


endlich kommt die sonne wieder

wieder schaffte ich ein stück freiheit

hallo

das ist mein frühling

 

die sonne scheint für mich

die vögel singen für mich

insekten schwirren für mich

die erde erwacht für mich

 

die kraft in mir

will wieder fließen

die musik will spielen

der zorn toben

das herz feiern

 

endlich kommt die sonne wieder

wieder schaffte ich ein stück freiheit

hallo

das ist mein frühling 

24.2.08 15:39


Hinter der Mauer

wir sind fremde

stehen hinter der mauer

die schattenwand

verdeckt unsere gesichter

 

wenn einer von uns geht

kommt ein neuer nach

aber kein mensch

keine gottheit und kein teufel

wird ihn jemals ersetzen können

 

wir schreiben die fröhlichen lieder

die euch von euren erbärmlichen

immergleichen leben ablenken

jeder tag ist wie der andere

unsere musik macht ihn lebenswert

 

wir malen die bunten bilder

die euch verzaubern

und die hässlichkeit der welt

für einen moment

vergessen lassen

 

wir kreieren die düfte

von denen ihr euch verführen lasst

erschaffen die gefühle

die ihr in eurem

erbärmlichen materialismus

sonst nirgends mehr her bekommt

 

wir sind die,

die hinter der schattenwand leben

wir werden meist vergessen

einige von uns werden vergöttert

die anderen leben im dreck

 

alleine schaffen sie ihre werke

allein des schaffens wegen

doch gibt es ein erfüllteres leben

als das eines künstlers? 

13.2.08 21:38


Von meiner Angst - Gedichte aus schweren Tagen

27.01.2008


ich stapfe durch die finsternis

um mich ist es kalt

in mir lodert

ein schwarzes feuer

es frisst mich auf


angst kriecht in meiner brust

ich kämpfe gegen sie

mein speer ist stumpf

ich rufe die hoffnung

immer wieder

sie ist zu leise


immer wieder bricht sie

aus ihrem käfig aus

die droge bändigt nicht mehr

wie säure fließt die angst in den adern

doch wovor

und warum


meine vergangenheit

die leiden früherer jahre

angst vor dem fallenlassen

es hat früher nie geklappt

wieso sollte es jetzt klappen

der tod starrt mich an

und sagt vergiss mein nicht


bitte bitte

fang mich, fang mich

ich will nicht wieder zerschellen

es ist zu spät

ich falle schon

ich vertraue dir


die angst ist hier

schon fast fremd

wühlt sie in meiner seele

zerreißt die hoffnung

schneidet der liebe ins fleisch


erst als du hier bist

geht sie unter

langsam zieht sie sich zurück

meine retterin

ich bin dir so dankbar


bitte bitte

fang mich, fang mich

ich brauche dich

zu zweit

sind wir helden

02.02.08


meine seele im würgegriff

die angst bohrt ihre giftigen klauen

tief in mein zitterndes herz

noch schlägt es

erträgt das gift dass ich ihm gebe


schwache hoffnungsstrahlen

erlöschen innerhalb

kleinster zeiträume

unvorstellbar kurz

die wahre macht

liegt in der seele

der körper stirbt so oder so


und meine seele

hängt in der düsternis


eigentlich sollte ich glücklich sein

seit heute endlich nicht mehr allein

sie sagte mir wie wichtig ich sei


jetzt sitze ich hier alleine

sie hat sich nicht gemeldet

vermutlich schläft sie nur

krank und müde


die angst spritzt mir das gift

es frisst

es ätzt

wie eine tödliche säure

gegen sie

dabei ist sie mir so nah


so allein

so unglaublich einsam

so brutal gefangen


die angst ist ausgebrochen

ich sitze in ihrem tosenden sturm

wo ist das auge, wo ist das auge

das die sinnlosigkeit

ihrer verdammten existenz erkennt


jetzt musst du weichen

in einer zeit

in der weichen gestellt werden

für meine zukunft

ich bin noch zu weich


die sonne geht auf

mein licht ist da

jetzt stirbst du

verdammter schmarotzer

meine energie

kriegst du nicht


gute nacht angst


bis zum nächsten mal

 

03.02.08


Hey Angst!


Kleiner Scheißer

frisst wieder an mir rum


was machst du eigentlich

wenn ich dir die Nahrung nehme?


Dir meine Seele

und meinen Körper

nicht mehr gebe?


Dann gehst du ein, stimmt's?

Tja, mein Freund!

Scheiße war's.

Dann wirst du wohl verrecken müssen.


Ich lass mir mein Leben

nicht mehr verderben

schon gar nicht von dir!


Stirb, Schmarotzer!

Ich weiß, alles wird gut.


Auf Nimmerwiedersehen


05.02.2008


meine angst

ist wie eine katze


sie schleicht um mich herum

manchmal springt sie mich an

und kratzt mich

zeigt ihre krallen


dann mache ich dinge, die ich sonst nicht tun würde

meistens bereue ich sie hinterher


vielleicht sollte ich meine katze streicheln

um sie zu besänftigen


sie kommt von alleine

und sie geht auch wieder


wenn sie zum raubtier wird

wird es schwierig

dann kriege ich sie nicht in griff


ich kann dann nur warten

und ihr gut zureden

dann wird sie manchmal ruhiger

und geht schließlich


bis sie irgendwann wieder kommt

05.02.2008


junge pass mal auf


eine beziehung ist nichts existenzielles

und deshalb musst du sie auch nicht

ständig

auf risse untersuchen


wieso auch

sucht ein bauherr

das fundament seines hauses

jeden tag endlos ab

ob es vielleicht

einsturzgefährdet ist?


wie soll er denn weiterbauen

wenn er nur sucht

und sucht

und sucht


energieverschwendung

zeitverschwendung


kontrolle tötet gefühle

und lockt meine katze


deine beziehung

ist nichts existenzielles


du hast auch 19 jahre ohne gelebt

und sie wird nicht die letzte sein

sie ist das sahnehäubchen auf deinem leben


nicht mehr und nicht weniger


also junge – raff dich mal!

dein leben kann doch nicht davon abhängig sein

ob du jeden tag kontakt mit deiner freundin hattest

also

los geht’s

lebe dein leben


die katze beißt wieder


11.2.08 23:08


auf dem friedhof

07.02.2008
 
irgend etwas
zieht mich zum friedhof
 
ich steige die stufen hinauf
blicke auf den angestrahlten turm
einst errichtet zu ehren eines gottes
zu dem ich nicht das geringste vertrauen habe
 
vorbei
ins dunkel
ich wage nicht zu rauchen
als störe es die ruhe
 
vorbei an der untersten reihe gräber
kalt und doch geheimnisvoll
jedes mit den resten eines lebens darin
 
ich gehe weiter, schreite den hauptweg entlang
es ist so still
das atmen fällt schwerer
vergänglichkeit drückt auf meine lungen
 
wissenschaftliche gedanken
hier ist doch alles tot
sich auf dem friedhof gruseln
ist irgendwie begründet
liegt wohl am gehirn
 
ein stück faszination stirbt
 
weiter
 
vor dem haupttor
drehe ich mich noch einmal um
überblicke das seltsame reich
 
sie alle haben es hinter sich
niemand weiß, wo sie sind
niemand weiß, ob sie sind
 
ich verneige mich vor den toten
 
ich öffne das tor
verlasse den friedhof
 
schau nicht zurück
schau bloß nicht zurück
 
das tor quietscht
anflug von schlechtem gewissen
ruhe gestört
wohl anerzogen 
9.2.08 19:18





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